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Turmmuseum Oetz
Sammlung Hans Jäger
Schulweg 2
6433 Oetz
Tel: +43.5252.20063
info@turmmuseum.at


20.Mai 2005:
Das Turmmuseum Oetz erhält gemeinsam mit dem Archäologischen Museum Fließ den Tiroler Museumspreis 2004

Ausgezeichnet mit dem
ICOM-Museumsgütesiegel



 
P I C A S S O - Originalplakate aus der Sammlung Alberti

Von 17. Februar bis 9. April 2007

Original-Linolschnitt- und Lithographieplakate Pablo Picassos sowie seltene Bücher in der Sonderausstellung.
Pablo Picasso (1881-1973) hinterlässt der Welt ein Werk von fast unfassbarem Ausmaß. Er schockierte die Betrachter oftmals durch Unerwartetes, völlig Neues. Er änderte die Gestaltungsweisen mit genialer Unbekümmertheit, und jede seiner Werkphasen ist eine große Überraschung. Zur Souveränität des Künstlers gehört auch die freie Wahl der Ausdrucksmittel. Ab 1949 lebte Picasso zeitweise in Vallauris in Südfrankreich, um mit Töpferton zu experimentieren. Er war fasziniert von den gestalterischen Möglichkeiten dieses plastischen Materials.
Von 1948 bis 1966 schuf Picasso auch 55 Original-Plakate. In der Sonderausstellung im Turm-Museum können wir eine schöne Auswahl davon präsentieren. Gesammelt hat diese Plakate der in Vallauris gebürtige Henri Dante Alberti. 1955 traf Alberti, als junger - an Literatur und Kunst interessierter - Mann, auf Picasso. Alberti widmete Picasso einen kleinen Gedichtband und Picasso schuf einen Linolschnitt für das Titelblatt. Symphatie, Interesse und Respekt waren die Grundlagen einer langjährigen Freundschaft.
In Vallauris lebten und leben viele Menschen von Töpferei, Blumen und Parfums; deshalb beziehen sich die ausgestellten Plakate auf die verschiedenen Feste von Vallauris. Die Bevölkerung organisierte zu Ehren Picassos sogar Stierkämpfe, die bis dahin dort nicht üblich waren. Drei Plakate sind aus Anlass dieser Stierkämpfe geschaffen worden. Zahlreiche Keramikplatten hat Picasso mit Stierkampfmotiven versehen. Dazu hat er Gipsnegative geschnitten, die auf Tonplatten abgezogen wurden. Die in den Gips geschnittenen Kerben sind im Ton erhaben. So konnten dann Picasso-Keramiken in der Töpferei Madoura in Serienedition hergestellt werden.
Picasso schuf z.B. einen Linolschnitt, mit dem er einerseits Ton stempeln konnte, und andererseits war es möglich, dasselbe Linoleum einzufärben und auf Papier zu drucken. Auch bei den Keramiken konnte man jeden einzelnen Abzug in Ton variieren. Picasso änderte die Farbe der Tonerden, Bemalungen und Glasuren. So entstand ein weites Feld an Möglichkeiten, die erst durch den kreativen Arbeitsprozess erschlossen wurden.
Die Lithographie-Plakate wurden bei Mourlot in Paris gedruckt; die Linolplakate druckte Arnéra in Vallauris. Selbst während des Druckvorganges wurden Papiersorten, Formen und Farben verändert. Liebhaber der Druckgraphik bewundern die gewagten Schnitte von der Hand Picassos und den satten und perfekten Farbauftrag. Faszinierend ist auch die Variationsbreite im Ausdruck. Sie reicht von einfachen Arbeiten von nahezu archaischer Strenge über den Ausdruck kindlicher Verspieltheit bis hin zu farbenfrohen, das Leben feiernden Werken.
Dank dem Leihgeber, Henri Dante Alberti, den Picasso als seinen „petit poète“ (kleinen Poeten) und Freund bezeichnete, war es möglich, diese sehenswerte Ausstellung zusammen zu stellen.
Die Originalplakate waren Kunst für den Alltag und stellen vielleicht nur ein kleines Fragment eines überwältigenden Lebenswerkes dar. Sie zeigen aber ganz unmittelbar die originale, wunderbare Handschrift des wahrscheinlich bedeutendsten Künstlers des 20sten Jahrhunderts.
Willi Pechtl